Der Bildungsausschuss des Landtags wird nach (!) der überraschenden Veröffentlichung und In-Kraft-Setzung des ersten Teils der Bildungskonzeption für Kinder von 0-10 Jahre in M-V eine Anhörung durchführen.
Die GEW hat hierzu eine Stellungnahme erarbeitet und am 27.8.2010 der Vorsitzenden des Bildungsausschusses, der Abgeordneten Ilka Lochner-Borst (CDU), übersandt.
Die GEW hat in ihrerStellungnahme Kritik an der plötzlichen Einführung der Bildungskonzeption vorgenommen. Der Bildungsminister, Henry Tesch, hat am 14.6.2010 die Konzeption verbindlich eingeführt. In der die Bildungskonzeption erarbeitenden Projektgruppe war dieser Schritt bis zum Zeitpunkt der Pressekonferenz nicht bekannt. Auch inhaltlich wirft die GEW einige Fragen auf und gibt Anregungen für die weitere Arbeit.
Eingeladen sind Sachverständige aus verschiedenen Bereichen von Politik, Fachpraxis und Wissenschaft. U.a. auch das Aktionsbündnis Kita, die GEW und der Kita-Landeselternrat. Die Anhörung wird am 9. September 2010 um 9.00 Uhr im Landtag stattfinden und ist öffentlich.
Gerne nehmen wir Ihre und Eure Anmerkungen zu der Bildungskonzeption in unsere Stellungnahme mit auf. Die Anregungen, Anmerkungen, Kritik und Lob kann hier als Kommentar veröffentlicht werden (dabei wird die Mailadresse nicht veröffentlicht!).
Hier veröffentlichen wir
Übersicht über die Sachverständigen und die Fragen des Bildungsausschuss zur Bildungskonzeption
Bildungskonzeption für Kinder von 0 bis 10 Jahre in M-V auf den Seiten des Bildungsservers
Stellungnahme der GEW zur Bildungskonzeption anläßlich der Anhörung im Bildungsausschuss
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Absicht von Sozialministerin Manuela Schwesig, von den Kita-Betreibern künftig einen Demokratie-Nachweis zu verlangen.
„Kitas sind gesellschaftliche Institutionen, die einen klaren Bildungs- und Erziehungsauftrag haben. Da ist es abwegig, dass Ideologen einer krassen antidemokratischen Minderheit solche Einrichtungen leiten und ihr krudes Gedankengut an Kinder weitergeben können.“, so der Kita-Referent der GEW, Daniel Taprogge.
„Die Übernahme der Trägerschaft von Kitas ist jedoch nicht alleine das Problem. Die Erzieherinnen und Erzieher merken immer öfter, dass Rechtsextreme durch ehrenamtliche Angebote und die Arbeit im Elternrat versuchen, Einfluß zu kriegen.“, so Daniel Taprogge weiter. „Hier müssen die Kolleginnen und Kollegen weiter Unterstützung kriegen, wie sie mit solchen Offerten umgehen sollen. Letztlich ist die demokratische Gesellschaft insgesamt aufgefordert, sich mehr ehrenamtlich zu engagieren und das Feld nicht irgendwelchen Neonazis zu überlassen.“ mehr »
Warum das Modellprogramm des Bundes mehr Nebenwirkungen als Perspektiven hat.
von Bernhard Eibeck, GEW-Hauptvorstand, Frankfurt am Main
Die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Arbeitswelt ist seit langer Zeit ein Thema der Frauenpolitik. Das besondere Engagement gilt dem Zugang von Frauen zu Männerberufen. So sollen z. B. mit einem bundesweiten, jährlich stattfindenden „Girl’s Day“ Mädchen in klassische Männerberufe hineinschnuppern, um sich dann gegebenenfalls für eine Ausbildung als Informatiker, Elektriker oder Maurer zu interessieren. Ein weiteres wichtiges Thema ist auch, die Karriere von Frauen in Management und Spitzenfunktionen von Unternehmen und Verwaltungen zu fördern. Nicht zuletzt geht es um „equal pay“, also darum, die systematisch schlechtere Bezahlung von Frauen gegenüber Männern zu beseitigen. So verdienen z. B. Frauen mit einem Fachschulabschluss im Beruf der Erzieherin monatlich bis zu 900 Euro weniger als Männer im Fachschulberuf eines Technikers.
Bundesfrauenministerin Christina Schröder hat nun ein neues Thema entdeckt: die Gleichstellung von Männern in typischen Frauenberufen. Hierzu zählen traditionell Berufe im Erziehungswesen, also Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen. Frauen dominieren das Geschäft in Kindertagesstätten mit einem Anteil von 97,6 Prozent. Bereits im Jahr 1996 hat das EU-Netzwerk „Kinderbetreuung“ empfohlen, dass 20 Prozent des Personals in Kindertageseinrichtungen Männer sein sollten. Davon ist Deutschland um 17,6 Prozent entfernt. Gerade einmal 7.980 Erzieher stehen 330.317 Erzieherinnen gegenüber. Eine Erhöhung des Männeranteils auf 20 Prozent würde bedeuten, 66.000 Männer als Erzieher auszubilden, einzustellen und auf Dauer im Beruf zu halten.
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„Die Entscheidung der Koalition, den Betreuungsschlüssel in den Kitas um ein Kind zu senken, ist ein richtiger Schritt. Jetzt kommt es darauf an, in den kommenden Jahren diesen Weg weiter zu gehen.“, urteilt der Kita-Experte der GEW, Daniel Taprogge, in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung vom gestrigen Abend. „Auch wenn der Betreuungsschlüssel nun erstmal nur um ein Kind gesenkt wird, wird dies eine direkte Verbesserung auf die Bildungsarbeit in den Kitas und die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Erziehern bringen.“
„Diese Entscheidung zeigt auch, dass ein Engagement von Arbeitnehmern und Eltern erfolgreich ist. Protest und Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung von Interessen führen doch zu einem Umdenken und Handeln in der Politik.“, so Taprogge weiter.
„Dieser Beschluss kann aber nur der erste Schritt für eine weitere Verbesserung des Betreuungsschlüssels sein. Wir werden in den nächsten Monaten bis zur Landtagswahl weitere Konzepte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen im frühkindlichen Bereich von den Parteien einfordern.“, kündigt Daniel Taprogge, GEW-Referent für den Kita-Bereich an. Auch die Sachverständigen bei der Anhörung des Sozialausschuss zum KiföG M-V am gestrigen Montag vertraten einhellig die Meinung, dass sich die Rahmenbedingungen dringend verbessern müssen. „Wir stehen hier ja nicht alleine mit unseren Forderungen.“
Nachdem die Landesregierung ihren Gesetzentwurf zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG M-V) in den Landtag eingebracht hat, diskutiert der Landtag als Gesetzgeber nun fleißig frühkindliche Bildungsfragen.
Für den 21. Juni 2010 hat der Sozialausschuss des Landtags nun zu einer öffentlichen Anhörung zum KiföG M-V eingeladen. Die GEW ist neben anderen Verbänden und ExpertInnen auch gebeten worden, eine Stellungnahme zu den mehr als 70 Fragen der SozialpolitikerInnen abzugeben.
Wir dokumentieren hier die Einladung mit den Fragen und unsere Stellungnahme:
Fragenkatalog Sozialausschuss Landtag M-V
GEW-Stellungnahme zum KifoeG im Sozialausschuss